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Versicherungspflichtgrenze 2026 und 2027

Die Versicherungspflichtgrenze — amtlich Jahresarbeitsentgeltgrenze — entscheidet, ob ein Angestellter in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben muss oder in die private wechseln darf. Für 2027 steigt sie außerplanmäßig. Das verschiebt die Grenze für eine bestimmte Einkommensgruppe zum Jahreswechsel.

Stand der Zahlen: · Verfasst von Kirill Kulekov, Gebundener Versicherungsvertreter gemäß § 34d Abs. 7 S. 1 Nr. 1 GewO

Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze 2026?

Die Versicherungspflichtgrenze liegt 2026 bei 77.400 € Jahresbrutto, also 6.450,00 € im Monat. Festgelegt hat sie die Sozialversicherungsrechengrößenverordnung 2026, beschlossen vom Bundeskabinett am 8. Oktober 2025. Wer als Angestellter regelmäßig mehr verdient, ist nach § 6 SGB V versicherungsfrei und kann in die private Krankenversicherung wechseln.

Maßgeblich ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt. Feste, jährlich wiederkehrende Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld zählen mit; einmalige, nicht zugesicherte Zahlungen wie ein variabler Bonus in der Regel nicht.

Wie hoch wird die Versicherungspflichtgrenze 2027?

Für 2027 zeichnet sich eine Versicherungspflichtgrenze von 84.150 € Jahresbrutto abPrognose — 6.750 € mehr als 2026. Der Sprung ist größer als die übliche Lohnanpassung, weil das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026 (vom Bundestag am 10. Juli beschlossen, verkündet am 29. Juli) eine zusätzliche Anhebung der Rechengrößen vorsieht. Stand des Werts von 84.150 €: Kabinettbeschluss vom 07.10.2026; Zustimmung des Bundesrats und Verkündung im Bundesgesetzblatt stehen aus.

Werte für 2027 sind Prognosen. Die Rechengrößen 2027 (Grenzen und Bezugsgröße) hat das Bundeskabinett am 07.10.2026 beschlossen; Zustimmung des Bundesrats und Verkündung im Bundesgesetzblatt stehen aus. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2027 wird bis zum 01.11.2026 bekannt gegeben. Die endgültigen Werte können abweichen.

Wer ist von der höheren Grenze 2027 betroffen?

Betroffen ist, wer 2026 zwischen 77.400 € und 84.150 €Prognose verdient. Die Grenze 2027 steht unter Vorbehalt: Kabinettbeschluss vom 07.10.2026; Zustimmung des Bundesrats und Verkündung im Bundesgesetzblatt stehen aus. Diese Gruppe darf nach heutigem Stand 2026 noch wechseln, 2027 aber nicht mehr, weil das Einkommen dann unter der angehobenen Grenze liegt. Es gibt einen Bestandsschutz, aber er verlangt zwei Dinge am selben Tag — welche das sind, steht weiter unten.

Und nicht jeder über 77.400 € kann wechseln. Versicherungsfreiheit tritt nach § 6 Abs. 4 Satz 2 SGB V nur ein, wenn das Entgelt auch die Grenze des folgenden Jahres übersteigt. Weil die Grenze für 2027 zusätzlich um 3.600 Euro steigt, wird ein Teil derer, die 2026 über 77.400 € liegen, zum 1. Januar 2027 nichtversicherungsfrei. Wo genau die Linie verläuft, legt die Rechengrößenverordnung fest: Das Bundeskabinett hat am 07.10.2026 84.150 € beschlossen; amtlich wird der Wert erst mit Zustimmung des Bundesrats und Verkündung im Bundesgesetzblatt.

Für alle anderen ändert sich am Wahlrecht nichts: Wer deutlich über der neuen Grenze verdient, kann auch 2027 wechseln. Für Selbstständige und Beamte spielt die Versicherungspflichtgrenze ohnehin keine Rolle — sie haben das Wahlrecht unabhängig davon.

Was ist der Unterschied zur Beitragsbemessungsgrenze?

Die Versicherungspflichtgrenze entscheidet, ob man wechseln darf; die Beitragsbemessungsgrenze entscheidet, wie viel man zahlt. 2026 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 77.400 €, die Beitragsbemessungsgrenze bei 69.750 €.

Daraus folgt eine Lage, die viele überrascht: Wer zwischen 69.750 € und 77.400 € verdient, zahlt bereits den vollen gesetzlichen Höchstbeitrag, darf aber nicht in die private Krankenversicherung wechseln.

Bis wann muss ich kündigen, um den Stichtag 31.12.2026 zu treffen?

Dafür ist es zu spät: Die Kündigung hätte bis zum 30. September 2026 erklärt sein müssen, weil sie nach § 175 Abs. 4 Satz 3 SGB V erst zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirksam wird. Wer nach diesem Tag kündigt, ist am 31. Dezember 2026 noch gesetzlich versichert; die private Versicherung beginnt frühestens am 1. Januar 2027, und der Bestandsschutz des § 6 Abs. 8 SGB V ist verfehlt. Für eine Gruppe gilt das nicht: Wer 2026 eine neue Beschäftigung über 77.400 € aufgenommen hat, kommt über § 188 Abs. 4 SGB V heraus — mit zwei Wochen ab dem Hinweis der Krankenkasse. Für diese Gruppe hat der 30. September nichts geschlossen.

Praktisch gilt für jede Kündigung dasselbe, nicht nur für die zu diesem Stichtag: Sie sollte deutlich vor Monatsende eingehen, weil Gesundheitsprüfung, Antragsbearbeitung und Nachweise Zeit brauchen — und weil sie nach § 175 Abs. 4 Satz 3 SGB V erst zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats wirkt. Wirksam wird sie ohnehin erst, wenn der Nachweis der Anschlussversicherung vorliegt — ohne Nachweis läuft die Mitgliedschaft weiter.

Gilt die höhere Grenze auch, wenn ich schon privat versichert bin?

Nein — aber nur, wenn am 31. Dezember 2026 zwei Dinge zugleich zutreffen. Der Gesetzgeber hat dafür eigens einen Absatz geschaffen. Für Beschäftigte, die an diesem Tag wegen Überschreitens der dann geltenden Grenze versicherungsfrei und bei einem privaten Krankenversicherer in einer substitutiven Krankenversicherung — also einer Vollversicherung, nicht einer Zusatzversicherung — versichert waren, wird die Grenze 2027 nicht zusätzlich angehoben. Das steht in § 6 Abs. 8 SGB V in der ab dem 1. Januar 2027 geltenden Fassung, eingeführt durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 228, verkündet am 29. Juli 2026).

Beides muss zusammenkommen. Wer erst zum 1. Januar 2027 versicherungsfrei würde, erreicht diesen Bestandsschutz nicht mehr. Wer am Stichtag nur eine private Zusatzversicherung hat, ebenfalls nicht.

Und eines gehört dazu, das leicht übersehen wird: Wer 2027 wieder versicherungspflichtig wird, weil sein Einkommen unter der angehobenen Grenze liegt, dem hilft der übliche Befreiungsantrag nicht. § 8 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1 SGB V nimmt die zusätzliche Anhebung ausdrücklich nicht in Bezug — die Gesetzesbegründung sagt dazu, sie „begründet kein Befreiungsrecht" (BT-Drs. 21/6130, Zu Nummer 6).

Für Angestellte über 55 Jahre gilt zusätzlich § 6 Abs. 3a SGB V: Wer in den letzten fünf Jahren nicht gesetzlich versichert war, bleibt in aller Regel auch dann versicherungsfrei, wenn das Einkommen sinkt. Eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung ist in diesem Alter praktisch ausgeschlossen.

Zählt ein Bonus zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt?

Nur, wenn er mit hinreichender Sicherheit zu erwarten ist — etwa als vertraglich zugesagtes Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Maßgeblich ist nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt, also eine vorausschauende Betrachtung dessen, was verlässlich gezahlt wird.

Rein leistungsabhängige, der Höhe nach ungewisse Zahlungen bleiben deshalb in der Regel außen vor. Praktisch heißt das: Wer die Grenze nur mit einem variablen Bonus überschreitet, sollte das vor einem Wechsel klären lassen — die Krankenkasse prüft die Einschätzung, und eine Fehleinschätzung fällt erst später auf.

Was passiert, wenn mein Einkommen wieder unter die Grenze fällt?

Dann entsteht grundsätzlich wieder Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung — mit der wichtigen Ausnahme des § 6 Abs. 3a SGB V für Versicherte ab 55. Wer noch privat versichert ist und die Altersgrenze nicht erreicht hat, kehrt in die gesetzliche Versicherung zurück; der private Vertrag kann in eine Anwartschaft umgewandelt werden.

Wer den umgekehrten Weg dauerhaft vermeiden will, kann sich nach § 8 SGB V von der Versicherungspflicht befreien lassen. Diese Befreiung ist unwiderruflich und gilt für die gesamte Dauer der Beschäftigung — sie sollte deshalb nicht nebenbei erklärt werden.

Gilt die Grenze auch für Selbstständige und Beamte?

Nein. Die Versicherungspflichtgrenze betrifft ausschließlich abhängig Beschäftigte. Hauptberuflich Selbstständige sind nach § 5 Abs. 5 SGB V ohnehin nicht krankenversicherungspflichtig und können unabhängig von ihrem Gewinn zwischen freiwilliger gesetzlicher und privater Versicherung wählen.

Beamte und Beamtenanwärter erhalten Beihilfe ihres Dienstherrn und versichern den verbleibenden Anteil privat oder freiwillig gesetzlich; auch für sie spielt die Versicherungspflichtgrenze keine Rolle. Für beide Gruppen gibt es damit keine Jahreswechsel-Frist — die Entscheidung ist eine Kosten- und Leistungsfrage, keine Terminfrage.

Quellen

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Was das für Sie bedeutet

Die Zahlen auf dieser Seite gelten für alle. Ob ein Wechsel für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrem Einkommen, Ihrem Gesundheitszustand, Ihrer Familienplanung und Ihrer beruflichen Perspektive ab. Wir rechnen das mit Ihnen durch — und sagen Ihnen auch, wenn ein Wechsel nicht sinnvoll ist.

Hinweis: Wir sind gebundener Versicherungsvertreter gemäß § 34d Abs. 7 S. 1 Nr. 1 GewO und vermitteln ausschließlich Produkte der Allianz. Eine Beratung auf Grundlage einer ausgewogenen Marktuntersuchung findet nicht statt. Erstinformation

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